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Sattelfest: Wiedersehen
mit dem Nachtwächter

Fahrradfrühling in Brandenburg und Sattelfest Altlandsberg

Berlin, 23. April 2009

Sprache ist etwas ganz Schwieriges - vor allem wenn es ums Thema Fahrrad geht. Weil Touristiker in den letzten Monaten Winterschlaf gehalten haben, gibt es an diesem Wochenende wieder eine seltsame Wortschöpfung: Brandenburg "radelt an".

Vielleicht erinnert sich noch jemand an die 1990er Jahre. Damals traf das Thema Fahrrad in Berlin und Brandenburg auf wenig Gegenliebe. Wenn jemand mit dem Rad zur Arbeit fuhr, dann ging derjenige einem seltsamen "Hobby" nach, für das Verkehrsplaner keinerlei Verständnis hatten. Traute sich jemand seine "Liebe zum Fahrrad" dennoch den Kollegen zu offenbaren, galt er im besten Fall als "fahrradbegeistert".

Erst durch Saisonverlängerung - auch mit dem Fahrrad - wurde Tourismus zum ernsthaften Ganzjahresgeschäft

Lange bevor Tourismus auch in Brandenburg mittels "Saisonverlängerung" zu einem ernstzunehmenden Ganzjahresgeschäft wurde, versuchten gutmeinende Tourismusfachkräfte "fanatischen" Radfahrern klare Grenzen zu setzen: Ende April wurde "angeradelt" und bevor es zu schön und gar zur Gewohnheit werden konnte, wurde Anfang September "abgeradelt". Ob im Februar bei 15 Grad schönstes "Fahrradwetter" herrschte oder Anfang November der Altweibersommer nicht enden wollte, wen interessierte das schon. Naja, damals gab's ja auch noch keine vorzeigbaren Radfernwege ...

Ganze Industriezweige leben vom "Draußen zu Hause" - vor allem im Winter

Inzwischen leben ganze Industriezweige davon, dass immer mehr Menschen sich auch im Winterhalbjahr vor die Haustür trauen. "Draußen zu Hause" heißt eine der erfolgreichsten Werbekampagnen des Outdoor-Ausrüsters Jack Wolfskin. "Gore", "Fleece" oder "Windstopper" sind die Schlagworte, die das Überleben draußen revolutioniert haben. Und so wunderte es nicht, dass Ende Oktober 2008 bei Nieselregen und Kälte mehr als 160 Berliner zur Radio Eins Radtour "100 nach Altlandsberg" kamen.

Müssen wir jetzt die schönen Winterradtouren vergessen?

An diesem Wochenende hat sich die Tourismus Marketing Brandenburg (TMB) wieder an die alten Vorurteile erinnert und "radelt an" - müssen wir jetzt all die schönen Winterradtouren und das traumhafte Frühlingswetter der letzten Wochen vergessen? Dabei sind "an" und "ab" ja eigentlich Attribute aus dem Wassersport - zum Baden sind die Flüsse und Seen der Region bis auf wenige Wochen im Sommer einfach zu kalt. Beim Surfen und Segeln stören Eisschollen auch irgendwie. Beim Rad fahren kann man sich dem Wetter entsprechend passend anziehen - und sich inzwischen für jeden bezahlbar auch in Hightec-Stoffe hüllen. Und genau deshalb liegt Radfahren in Brandenburg auch weit vor allen anderen Freizeitbeschäftigungen wie Baden, Wassersport, Reiten, Golfen ... und sogar Wandern. Ein Drittel der Berliner macht jährlich mindestens einen Fahrradausflug nach Brandenburg und davon wiederum ein Drittel mehr als zehn.

Mit Berlins Fahrradbeauftragtem zum Sattelfest nach Altlandsberg

Trotzdem macht es natürlich Sinn an diesem Wochenende in den "Brandenburger Fahrradfrühling" zu starten und eine der zahlreichen offiziellen Radtouren zu testen. Berlins Fahrradbeauftragter Benno Koch hat sich für eine Route zum Altlandsberger Sattelfest entschieden. Zusammen mit dem Bürgermeister von Fredersdorf-Vogelsdorf, Uwe Klett, startet die kostenlose Radtour am Sonntag, 26. April 2009, um 9.30 Uhr am Rathaus Fredersdorf. Naja, 9.30 Uhr am Sonntagmorgen klingt nun auch nicht nach Genießertour, sondern eher nach "sportbegeistert", aber wir arbeiten dran - versprochen!

 

Hintergrund und Radtour mit dem Fahrradbeauftragtem

- alle Infos zum Sattelfest Altlandsberg unter www.maerkische-s5-region.de nachlesen

- alle offziellen Radtouren zum Start in den Brandenburger Fahrradfrühling unter www.reiseland-brandenburg.de ansehen

- mit Berlins Fahrradbeauftragtem Benno Koch zum Sattelfest Altlandsberg gehts um 9.30 Uhr vom Rathaus Fredersdorf auf die Bötzseeroute oder bereits um 8.30 Uhr vom U-Bahnhof Hönow (U5 ab Alexanderplatz, Fahrzeit 33 Minuten) zum offiziellen Treffpunkt (plus acht Fahrradkilometer) und natürlich gibt's ein Wiedersehen mit dem Nachtwächter - auch versprochen!

- Achtung: die Bauarbeiten an der U-Bahnlinie U5 sind beendet, aber die S-Bahnlinie S5 ist an diesem Wochenende zwischen Berlin-Lichtenberg nach Wuhletal unterbrochen; wer also zum offiziellen Treffpunkt Rathaus Fredersdorf (nahe S-Bahnhof Fredersdorf) fahren möchte, muss bis Wuhletal die U5 nutzen und dort umsteigen