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Radfahren in Europa
- gute Beispiele

Was ist eigentlich ein Europäischer Tag des Fahrrades?

Berlin, 3. Juni 2009

Heute ist der Europäische Tag des Fahrrades. Klingt irgendwie offiziell. Ein paar Testanrufe in der Europäischen Kommission und im Europäischen Parlament bringen keine Klärung.

Vor einer Woche machte das Statistische Bundesamt "mit Blick auf den Europäischen Tag des Fahrrades am 3. Juni" auf jenes ominöse Datum aufmerksam. Haben wir da was verpasst? Macht die EU vielleicht gerade Wahlwerbung unter den Radfahrern dieses Kontinents, damit möglichst viele an diesem Sonntag die Wahlen zum Europäischen Parlament wahrnehmen? Oder hat die EU Kommission vielleicht ihre schon zehn Jahre alte Broschüre "Fahrradfreundliche Städte" entstaubt und ein paar aktuelle Daten zum Fahrradverkehr hinzugefügt?

Nein, die EU-Kommission ist nach Aussage eines Sprechers der Generaldirektion Energie und Verkehr nicht der Urheber eines Europäischen Tag des Fahrrades - man hätte aber eine ähnliche Anfrage gerade aus Paris erhalten, wo an diesem Wochenende die Fête du vélo stattfinden wird.

Aber, so der Sprecher, mache man doch wenigstens etwas für das Fahrrad und habe jetzt 240 Dienstfahrräder in Brüssel zur Verfügung. Auch wenn es bisher keine Abteilung für den Fahrradverkehr gebe, sind auf einer Website der Kommission unter der Überschrift Clean Urban Transport einige Informationen zum Radfahren zusammengestellt worden.

Was bleibt nun vom Europäischen Tag des Fahrrades? Ach ja, das Statistische Bundesamt berichtet, der Umsatz des Fahrradeinzelhandels in Deutschland sei im vergangenen Jahr um 5,2 Prozent gestiegen, während der Umsatz des gesamten Einzelhandels um 0,5 Prozent gesunken sei. Na also, so gute Nachrichten an einem irgendwie gar nicht existierenden Ehrentag!