Oderbruchbahnradweg: Sommer-Radtourentipp auf Radio EinsBerlin, 20. Juli 2009 [zuletzt aktualisiert 29.07.11, 16:19 Uhr] Immer montags um 17.30 Uhr gibt's auf Radio Eins die spannendsten Sommer-Radtouren mit Benno Koch zum Hören - und samstags nachmittags zum Nachradeln. Frisch vom Mosel-Radweg zurück wird heute der Oderbruchbahnradweg östlich von Berlin vorgestellt. In der vergangenen Woche ging es für zwei Radio Eins Hörer eine ganze Woche auf dem Saar-, Mosel- und Mosel-Maare-Radweg entlang - Fotos und Tipps für einige der schönsten Radwege Deutschlands sind auf www.benno-koch.de nachzulesen. Tipp: Auf dem Oderbruchbahnradweg 45 Kilometer von Müncheberg nach Seelow Diesmal geht der Radio Eins Sommer-Radtourentipp auf den Spuren der Oderbruchbahn vom Bahnhof Müncheberg (Mark) zum Bahnhof Seelow-Gusow - rund 45 Kilometer auf dem of noch vorhandenen Bahndamm entlang. Insgesamt rund 120 Kilometer Geschichtsstunde links und rechts der einstigen Oderbruchbahn Noch ist der Oderbruchbahnradweg fast ein Geheimtipp. Da wo vor über 40 Jahren noch Güter und Personen mit der Oderbruchbahn transportiert wurden, ist jetzt einer der spannendsten Radwege Brandenburgs entstanden. Ein Zickzackkurs von mehr als 120 Kilometern Länge kann so zur schönsten Geschichtsstunde werden – natürlich bequem mit Rad und Bahn in mehreren Etappen. Hin- und Rückfahrt mit der Oderlandbahn NE26 ab Berlin-Lichtenberg Los geht’s von Berlin-Lichtenberg mit der privaten Oderlandbahn NE26 im Stundentakt nach Müncheberg (Mark) – Fahrzeit 35 Minuten. Die Züge haben ein großes Mehrzweckabteil für die Fahrradmitnahme. Richtig gut gemachte Infotafeln entlang des Oderbruchbahnradweges in diesem Jahr neu aufgestellt Der Bahnhof der Stadt wird gerade saniert und soll wieder ein Schmuckstück werden. Deshalb wurde die erste Infotafel zum Oderbruchbahnradweg auch 200 Meter östlich am nächsten Abzweig ins vier Kilometer entfernte Stadtzentrum aufgestellt. Die einstige Trasse der Oderbruchbahn führte hier etwa 750 Meter nordöstlich der Hauptstraße (Eberswalder Straße – zunächst ohne Radweg) zum alten Kleinbahnhof hinter der Stadtmauer. Noch liegen hier der Radweg und das Bahnhofsgebäude im Dornröschenschlaf. Müncheberg: Stadtzentrum irgendwie ideenlos und verschlafen nach Bau der Umgehungsstraße Irgendwie wirkt auch die Stadt ein bisschen untenschlossen. Auf der einen Seite wurde die Bundesstraße B1 als Umgehungsstraße neu gebaut und der Durchgangsverkehr beruhigt. Auf der anderen Seite scheint das Stadtzentrum nun umso verschlafener. Das einst sogar vom Michelin-Führer entdeckte Hotel und Restaurant Sternentaler steht leer und verlassen hinter dem Markt. Stadtpfarrkirche Müncheberg ist echtes Highlight - samstags leider geschlossen ... Einzig an der alles überragenden Stadtpfarrkirche St. Marien pulsiert das Leben – das Eiscafé am Kirchberg bringt auch den einen oder anderen Ungläubigen heran. Vom 50 Meter hohen Kirchturm hat man einen fantastischen Blick zurück nach Berlin und auf die Landschaft links und rechts der Oderbruchbahn. Auf dem Oderbahndamm zu Schinkels Gutshof Behlendorf Von der Kirche geht es dann bis zum östlich des Zentrums gelegenen Kreisverkehr, wo der Behlendorfer Weg erstmals auf den perfekt ausgebauten Oderbruchbahnradweg führt. Die Fahrradwegweisung ist ab hier bis Seelow praktisch lückenlos. Zwischen Feldern und unter der Umgehungsstraße hindurch geht es zum Gutshof Behlendorf. Nach den Plänen von Schinkel 1802 erbaut, ist das denkmalgeschützte Ensemble heute eine unsanierte Herausforderung. Heinersdorf: Im Heinersdorfer See baden und in der Alten Schmiede am Kamin sitzen ... Am Heinersdorfer See wartet etwas weiter die erste Waldbadestelle, bevor es in das gleichnamige Dorf weitergeht. Seit November kümmert sich hier an der Kreuzung der B5 das Café und Restaurant Alte Schmiede kulinarisch um die vorbeifahrenden Radfahrer – bei schlechtem Wetter auch am Kamin. Hasenfelde: Den einstigen Kreuzungsbahnhof am Feldrand besuchen In Hasenfelde steht das riesige alte Bahnhofsgebäude etwas verloren am Feldrand – hier verzweigte sich die Oderbruchbahn nach Fürstenwalde und nach Seelow. Heute ein scheinbar idealer Platz für Kaffee im Sommergarten – aber noch heißt es hier "Betreten verboten". Traumaussicht: Auf dem Damm oberhalb des Mühlensees zur Komturei Lietzen Über Ahrensdorf geht’s weiter nach Falkenhagen, wo hoch oben über einer Seenkette der schönste Abschnitt des Oderbruchbahnradweges entlang zur Komturei nach Lietzen führt. 1229 hat sich hier der Templerorden niedergelassen – heute ist der wie aus dem Bilderbuch sanierte Gutshof wieder im Besitz derer von Hardenberg und kann besichtigt werden. Zieleinfahrt Seelow Vorbei am Schloss Diedersdorf wird Seelow auf einem straßenbegleitenden Radweg erreicht. Direkt an der Abbruchkante zum Oderbruch ist die Kreisstadt noch heute vor allem mit der Schlacht um die Seelower Höhen verbunden, in der im Frühjahr 1945 eine Million Rotarmisten sich gegenüber 100.000 deutschen Soldaten den Weg zu den Toren Berlins erkämpften. Restauranttipp: Brandenburger Hof Seelow Bevor es an auf der Ernst-Thälmann-Straße und später auf einem straßenbegleitenden Radweg an der Gusower Straße zum fünf Kilometer entfernten Bahnhof Seelow-Gusow (stündlich zurück mit der NE26 nach Berlin) geht, wartet noch das eine oder andere Restaurant. Zum Beispiel der Brandenburger Hof gleich am Ortseingang – mit einer engagierten Küche und dem perfekten Sonnenuntergang von der schönsten Terrasse Seelows.
Hintergrund Oderbruchbahnradweg
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