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Gartencafé Wielotów:
Perfekte Idylle für
Großstädter -
und manchmal auch
für Einheimische

Westpolen: Brühlsches Schloss und Spargelessen im Gartencafé

Berlin, 8. Mai 2013

Alle hatten ihr abgeraten. Selbst ihr Vater. Heute ist der abgelegene Hof von Dorota Schewior ein Musterbeispiel was geht. In einer Region, die noch immer viele Chancen verpasst. Und die von einem neuen Braunkohletagebau bedroht ist. Am Samstag, 11. Mai 2013 verrät Benno Koch die spannendsten Entdeckungen östlich der Neiße.

Wielotów ist ein beschauliches Dorf in der Woiwodschaft Lebus. Jetzt blühen auch hier die Rapsfelder. Doch Wielotów ist anders. Über die sanften Hügel am Ortsausgang erstrecken sich bis zum Horizont Erdbeer-, Himbeer-, Brombeer- und Spargelplantagen. Als Dorota Schewior 1995 hier anfing ihren Traum zu verwirklichen, haben ihr alle abgeraten. Auch ihr Vater. Dorota ist in Wielotów aufgewachsen und hat zunächst wie viele ihrer Generation das karge Land verlassen. Spätestens als sie vor fünf Jahren das Gartencafé samt Hofladen öffnete, wurde ihr Erfolg für jeden sichtbar.

Es ist ganz ruhig. Die schmale Landstraße ist eher ein Singletrack. Es ist Samstag. Die Männer vom Spargelhof arbeiten noch am neuen Eselstall. Damit sollen mehr Familien mit Kindern von den heimischen PCs und Flachbildschirmen in die Natur gelockt werden. Jedes Jahr wächst der Hof.

Das Gartencafé, der Hofladen und ein kleines Restaurant in den alten Backsteingemäuern vermitteln das angenehme Gefühl eher Teil einer Familie als Kunde zu sein. Zwei rustikale Kamine sorgen an kalten Tagen für Wärme. In der hauseigenen Konditorei werden frische Torten selbst hergestellt. Die warme Küche bietet Anfang Mai bereits alles, was die Felder rings herum hergeben. Spargel steht natürlich ganz oben auf der Liste. Im Hofladen gibt es auch alles zum Mitnehmen.

Umrahmt ist die Landschaft von den Ruinen des Brühlschen Schlosses in Brody (Pförten). Heinrich Graf von Brühl ließ hier 1741 bis 1749 das alte Schloss samt Stadt und Park aufwändig umgestalten, Kavalierhäuser und Stadttore bauen. Noch heute versprüht der irgendwie untouristische Flecken eine Ahnung der adligen Blütezeit, als der Graf den Kurfürsten und sein Gefolge hier in Pförten und nicht in der Residenzstadt Dresden empfing.

Doch die begonnenen Restaurierungsarbeiten am Schlossensemble scheinen ins Stocken geraten zu sein. Dem Vernehmen nach hofft der Besitzer auf einen Braunkohletagebau, der die Region nördlich von Brody bis südlich von Gubin in eine Mondlandschaft verwandeln und vermeintlich Arbeitsplätze schaffen soll.

Der Hof von Dorota Schewior würde dann genauso den Riesenbaggern geopfert werden, wie die seit Jahrhunderten gewachsene liebliche Kulturlandschaft östlich der Neiße mit weiteren verwunschenen Schlössern wie in Luboszyce (Liebesitz). Wie friedlich und schön sind gegen die gigantische Landschaftszerstörung durch Braunkohlebagger doch moderne Windkraftanlagen und Hybridkraftwerke als preiswerte Speicher.

Diese knapp 50 Kilometer kurze Tour führt von Forst (Lausitz) über einen soeben ergänzten Radweg zum Schloss nach Brody, über ruhige Landstraßen nach Wielotów zum Spargelessen ins Gartencafé, ins überraschende Gubin (vielleicht wartet ja dort wieder der Stadtwächter) und zurück zum Bahnhof in Guben - auf einer entspannten Radtour für Genießer.

 

Einfach anmelden - Brühlsches Schloss und Dorotas Gartencafé entdecken!

  • Sonnenuntergangstour: geführte Radtour mit Benno Koch am Samstag, 11. Mai 2013

  • Strecke: die rund 50 Kilometer kurze Tour durch Westpolen ist kein Radrennen, sondern ein Angebot für Rad fahrende Genießer

  • Treffpunkt: 11:15 Uhr, Berlin-Hauptbahnhof

  • Ende: gegen 22:00 Uhr in Berlin

  • Teilnahmegebühr für die Radtour: 12 Euro ermäßigt 8 Euro pro Person

  • externe Kosten: die Bahnfahrt (5,80 Euro bei einer durch fünf teilbaren Teilnehmerzahl plus 5,00 Euro fürs Fahrrad), der Café- und Restaurantbesuch kommen hinzu

  • Anmeldung: schickt mir bitte einfach eine SMS an Mobil 0157/73746049 oder eine E-Mail an kontakt@benno-koch.de

  • Anmeldestand (08.05.13, 15:22 Uhr): noch 14 von 20 Plätzen frei

  • Kostenlos das E-Lement testen: Für diese Radtour steht ein E-Bike des niederländischen Herstellers Koga zur Verfügung, welches bei Interesse jeweils ein paar Kilometer getestet werden kann. Bitte das eigene Fahrrad natürlich trotzdem mitbringen.

  • Teilnahmebedingungen: Es gelten die Regeln der Straßenverkehrsordnung (StVO), die Teilnehmer tragen selbst das allgemeine Risiko, das die Teilnahme am Straßenverkehr mit sich bringt und sind für die Sicherheit ihres Fahrrades selbst verantwortlich.

  • Fahrrad und Bahn: damit auch die Fahrt mit der Bahn entspannt wird, bitte im RegionalExpress immer sämtliche Packtaschen und Körbe (auf die eigentlich generell verzichtet sollte) vom Fahrrad nehmen und die Räder mit den Lenkern entgegengesetzt an die Klappsitze lehnen, Fahrgäste auf den Klappsitzen ohne Fahrräder freundlich bitten aufzustehen – und natürlich Rücksicht nehmen!

 

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