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Fahrradstraße
Tremsdorf-Gröben:
Natürlich könnte der Asphalt
mal erneuert werden,
aber Alleen wie diese
wecken die Sehnsucht
vom Landleben

Regionalparkroute Rund um Berlin (Teil 9): Von Potsdam über Beelitz nach Ludwigsfelde

Berlin, 23. September 2013

Auf offiziell 330 Kilometern umrundet die Regionalpark Fahrradroute Rund um Berlin die Bundeshauptstadt. Es könnte der wichtigste Radfernweg am Berliner Stadtrand werden. Die Südwestecke zwischen Havelseen und Teltowpark könnte einer der wichtigsten Abschnitte werden. Am Sonntag, 29. September 2013 verrät Benno Koch die schönsten Entdeckungen im Fahrradherbst.

Seit fast zehn Jahren gibt es theoretisch eine Fahrradroute durch die acht Brandenburger Regionalparks. Zwei von diesen sind die Regionalparks Havelseen und Teltowpark, südwestlich von Berlin. Die offizielle Route führt hier jedoch ziemlich einfallslos auf straßenbegleitenden Radwegen entlang. Und an den Highlights der Region weit entfernt vorbei. Touristisch interessante Hauptorte wie Beelitz oder Ludwigsfelde werden in der offiziellen Regionalpark Fahrradroute Rund um Berlin nicht eingebunden. Wie es gehen könnte, soll diese inoffizielle gut 50 Kilometer kurze Variante zeigen.

Diese Radtour startet am Potsdamer Hauptbahnhof. Natürlich ist der Abstecher zum neuen Stadtschloss und die wiederentstehende Mitte Potsdams obligatorisch. Dann geht es schnell an das Südostufer des Templiner Sees. Hier gibt es zum straßenbegleitenden Radweg keine Alternative, der hier zugleich bis Caputh auch der offiziellen Regionalparkroute entspricht. Abschnitte des in die Jahre gekommenen Radweges sind neu asphaltiert worden - mit der Reinigung gibt es aber nach wie vor Probleme.

In Caputh warten das Schloss aus der Zeit des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg und das Sommerhaus von Albert Einstein. Schöne Cafés gibt's hier auch und die Uferpromenade ist selbstverständlich für Fahrradtouristen gesperrt.

Nun folgt diese Radtour ausschließlich einer inoffiziellen Variante der Regionalparkroute Rund um Berlin - obwohl später reichlich Fahrradwegweiser mit dem Regionalpark-Logo zu entdecken sind.

Die südöstliche Uferstraße am Schwielochsee führt mit einem schmalen, nichtbenutzungspflichtigen Radweg nach Ferch - und ist in ihrer recht beschaulichen heutigen Form bedroht: Die alten Alleebäume sollen einem grundhaften Ausbau weichen. Wie wäre es mit der Sanierung der bestehenden schmalen Kreisstraße und einer Anordnung von durchgängig Tempo 30? Oder gar einer Fahrradstraße, Kfz-frei? Würde dies nicht genau dem Charakter dieser Preußischen Kulturlandschaft entsprechen?

Hinter Ferch geht es ein paar Höhenmeter hinauf und auf dem Europaradweg R1 bis Beelitz-Heilstätten. Eigentlich ein schöner Waldweg, der offenbar schnell wieder in Vergessenheit geraten ist - um die Sanierung der Wurzelaufbrüche im Asphalt scheint sich hier niemand zu kümmern.

Ein neuer straßenbegleitenden Radweg für in die historische Altstadt von Beelitz, die im Zentrum der Spargelfelder liegt. Jetzt ist hier alles ganz ruhig und beschaulich. Gemessen am Marketingwert der Stadt vielleicht zu beschaulich: Der Bahnhof ist natürlich eine Ruine, so etwas wie nettes Café am Markt eine schwierige Angelegenheit, auch wenn Dahlback tapfer die Stellung hält.

Nun geht es ins Herz des Naturparks Nuthe-Nieplitz. Schlunkendorf, Kähnsdorf, Fresdorf, Tremsdorf und natürlich Gröben vertrömen Naturpark- und natürlich Regionalpark-Atmosphäre: Schmale, hin und wieder für Kfz gesperrte Alleen führen an Seen und Flüssen entlang durch eine stille Luchlandschaft. Nur auf kurzen Abschnitten sind die Oberflächen nicht asphaltiert. Und wie in Gröben gibt es verwunschene Landhäuser wachzuküssen: Im Theodore F, wo im Frühjahr 2013 selbst George Clooney irgendwie am Ende der Welt gespeist haben soll, sind seit einigen Wochen die Lichter aus.

Im Schlussspurt geht es dann nach Ludwigsfelde, das natürlich immer Teil einer Regionalparkroute sein muss. Denn nichts ist schöner als das Thermalwasser und die Sauna nach einer Radtour. Anders als in Eisenhüttenstadt, wo die Stalin-Architektur inzwischen selbst hin und wieder auf Ausflugslisten von Tom Hanks steht, ist es um die "Sozialistische Wohnstadt" aus den 1950er Jahren in Ludwigsfelde eher ruhig. Auch wenn sich einige Straßenzüge hier nicht hinter Eisenhüttenstadt verstecken müssen.

Wie immer soll unterwegs ein nettes Café und zum Abschluss ein gutes Restaurant warten - auf einer entspannten Radtour für Genießer!

 

Einfach anmelden - Regionalparkroute entlang der Havelseen und in den Teltowpark erleben!

  • Sonnenuntergangstour: geführte Radtour mit Benno Koch am Sonntag, 29. September 2013

  • Strecke: Die gut 50 Kilometer kurze Radtour in einer inoffiziellen Variante der Regionalpark Fahrradroute von Potsdam über Beelitz nach Ludwigsfelde ist kein Radrennen, sondern ein Angebot für Rad fahrende Genießer.

  • Treffpunkt: 11:30 Uhr Berlin Hauptbahnhof und 12:10 Uhr Potsdam Hauptbahnhof

  • Ende: gegen 19:30 Uhr in Berlin-Mitte

  • Teilnahmegebühr für die Radtour: 12 Euro ermäßigt 8 Euro pro Person

  • externe Kosten: die Bahnfahrt (5,80 Euro bei einer durch fünf teilbaren Teilnehmerzahl plus 5,00 Euro fürs Fahrrad) sowie der Café- und Restaurantbesuch kommen hinzu

  • Anmeldung: schickt mir bitte einfach eine SMS an Mobil 0157/73746049 oder eine E-Mail an kontakt@benno-koch.de

  • Anmeldestand (23. September 2013, 20:14 Uhr): noch 18 von 20 Plätzen frei

  • Kristalltherme Ludwigsfelde: Individuelle Verlängerung mit einem Besuch der Therme möglich

  • Teilnahmebedingungen: es gelten die Regeln der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), die Teilnehmer tragen selbst das allgemeine Risiko, das die Teilnahme am Straßenverkehr mit sich bringt und sind für die Sicherheit ihres Fahrrades selbst verantwortlich, die Rückfahrt erfolgt in der Dunkelheit (Licht)

  • Fahrrad und Bahn: damit auch die Fahrt mit dem RegionalExpress entspannt wird, bitte immer sämtliche Packtaschen und Körbe (auf die eigentlich generell verzichtet sollte) vom Fahrrad nehmen und die Räder mit den Lenkern entgegengesetzt an die Klappsitze lehnen, Fahrgäste auf den Klappsitzen ohne Fahrräder freundlich bitten aufzustehen – und natürlich Rücksicht nehmen!

 

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