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De Fischer ohne sien Fruh:
Museumshafen-Idylle
an der Fischerinsel -
der Spree-Radweg
führt hier
sogar offiziell vorbei

Spree-Radweg: Yaam, Magdalena, Pirates – no Bikes, no Dogs!

Berlin, 31. Oktober 2013 [zuletzt geändert 1.11.13, um 12:15 Uhr]

Der Müggelsee verwandelt sich in diesen Tagen in ein kleines Meer. Stürmische Böen peitschen die Surfer über die Wellen. Zwischen Hauptbahnhof und Treptower Park ist das Spreeufer dagegen fest in der Hand von Touristen aus aller Welt. Auch mit dem Fahrrad. Ob es hier wirklich einen Spree-Radweg gibt, verrät Benno Koch am Sonntag, 3. November 2013 auf einer Herbst-Radtour.

"Wir sind letzte Woche entlang von Ausfallstraßen zum Müggelsee geradelt", sagt Matthias. Hat der fürsorgliche Familienvater mit seinem sechsjährigen Sohn den Spree-Radweg vielleicht nicht gefunden? Tatsächlich ist Berlins theoretisch wichtigster Radfernweg ein Flickenteppich. Einen durchgängig ausgebauten Radweg am Spreeufer sucht man vergeblich. Und auch dort wo es möglich wäre, werden Fahrradtouristen – die der Wegweisung folgen – gerne 100 Meter abseits des Flusses geführt. Eben auch an Ausfallstraßen.

Die Berliner Clubszene ist noch immer auf den Innenstadtbrachen an der Spree zu finden. Unter dem Slogan Spreeufer für alle wird hier auch gegen die Investoren der Mediaspree gekämpft. Mal ist wohl die geplante Bebauung zu hoch, dann der Abstand zum Spreeufer zu gering oder der Investor irgendwie ohne den nötigen Stallgeruch. Einiges mag stimmen. Anderes ist egal. Bei fast allen bereits fertiggestellten Grundstücken von Investoren ist aber der Wille oder auch Zwang erkennbar, einen vergleichsweise breiten Uferweg mitzubauen. Einen künftigen Spree-Radweg.

Wer heute jedoch sein Fahrrad an einem der Clubs auch nur vorbei schieben will, merkt schnell, dass "alle" wohl irgendwie andere sein müssen. Östlich der Schillingbrücke versperrt das Tor der Magdalena einen möglichen Uferweg. Ein paar Meter weiter ist es der Zaun des Yaam: Keine Fahrräder. Keine Hunde. Klar. Und damit es auch wirklich kein Foto von einem Fahrrad am Strand gibt, sorgt im Yaam bereits am Nachmittag ein Türsteher genau dafür. An der Oberbaumbrücke versperren schließlich die Pirates Berlin den Uferweg.

Die Anwesen von MTV, Musik- und Modelabels zwischen der Oberbaumbrücke und den verbliebenen Osthafenresten vor der Elsenbrücke, sind dagegen zumindest vom Spreeufer frei zugänglich. Auch wenn die Oberflächen nicht immer holperfrei sind.

Wer möchte, kann natürlich bereits heute vergleichsweise ruhig, grün und ufernah an der Spree durch Berlin radeln. Spätestens ab Treptower Park sind die Uferwege meist durchgängig befahrbar. Auch in der Altstadt Köpenick, die sich aber nach wie vor mit dem Thema Fahrrad schwer tut. Statt am Spreeufer führt der offizielle Radfernweg hier wieder mit Untermaß auf dem Gehweg einer Ausfallstraße entlang.

Wenn dann der Asphaltstreifen durch die Wälder am Müggelsee erreicht ist, dann ist sowieso alles gut. Naja, fast. Die einstige touristische Infrastruktur in Berlins grünstem Stadtteil Köpenick ist nach und nach verschwunden. Die "Todesbahn" in den Müggelbergen war die erste, die dran glauben musste. Auch wenn die beliebte Rodelbahn eher ein Winterspaß war. Das Café am Ende der Piste direkt am Teufelssee wurde renaturiert. Das riesige Ausflugsrestaurant Rübezahl ist heute ganz klein, andere historische Gaststätten im Dämmerzustand am Fuße der Müggelberge.

Die Ruinen des Müggelturm-Areals sollen wieder einmal zu neuem Leben erweckt werden. Und wieder einmal ganz schnell. Und zwar schon im kommenden Jahr soll alles neu eröffnet werden. Tapfer hält Andras Milak mit seiner Imbissbude und dem Schlüssel zum Müggelturm heute hier die Stellung. Dass sein Container in diesem Jahr bereits zum wiederholten Male bis auf das Stahlgerippe abgebrannt ist, beschreibt die Lage und das Tourismuskonzept Köpenicks seit dem Fall der Berliner Mauer irgendwie anschaulich. Auf einen Fahrradwegweiser vom Radweg unten im Spreetal hat man vielleicht daher gleich ganz verzichtet.

Am Ende dieser rund 40 Kilometer kurzen Radtour und am Ende vom Müggelsee in Rahnsdorf öffnet sich dann ein fünf Kilometer langer unverbauter Blick. Über die von Herbststürmen aufgetürmten Wellenberge. Wer jetzt hier aufs Surfbrett steigt, kann sich den Abstecher nach Hawaii sparen. Zumindest, so lange der Neoprenanzug warm hält. Und für alle die nur mal gucken wollen, gibt’s hier den schönsten Sonnenuntergang der Stadt. Vor allem jetzt im Herbst. Im Liegestuhl und mit einem Kaltgetränk. Letzteres bei Bedarf auch warm.

 

Einfach anmelden - Spree-Radweg quer durch Berlin erleben!

  • Sonnenuntergangstour: geführte Radtour mit Benno Koch am Sonntag, 3. November 2013

  • Strecke: Die rund 40 Kilometer kurze Tour auf dem Spree-Radweg ist kein Radrennen, sondern ein Angebot für Rad fahrende Genießer.

  • Treffpunkt: 12:00 Uhr, Berlin Hauptbahnhof

  • Ende: kurz nach 17:00 Uhr am S-Bahnhof Rahnsdorf

  • Teilnahmegebühr für die Radtour: 12 Euro ermäßigt 8 Euro pro Person

  • externe Kosten: eine BVG-Fähre (Tarif Berlin AB 2,60 Euro pro Person und 1,70 Euro fürs Fahrrad), die Rückfahrt mit der S-Bahn (Tarif Berlin AB 2,60 Euro pro Person und 1,70 Euro fürs Fahrrad - Tipp: Tageskarten Berlin AB ab der ersten Fahrt am Sonntag kaufen) sowie der Café- und Restaurantbesuch kommen hinzu

  • Anmeldung: schickt mir bitte einfach eine SMS an Mobil 0157/73746049 oder eine E-Mail an kontakt@benno-koch.de

  • Anmeldestand (1. November 2013, 12:15 Uhr): noch 17 von 20 Plätzen frei

  • Teilnahmebedingungen: es gelten die Regeln der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), die Teilnehmer tragen selbst das allgemeine Risiko, das die Teilnahme am Straßenverkehr mit sich bringt und sind für die Sicherheit ihres Fahrrades selbst verantwortlich, die Rückfahrt erfolgt in der Dunkelheit (Licht)

  • Fahrrad und Bahn: damit auch die Fahrt mit dem RegionalExpress entspannt wird, bitte immer sämtliche Packtaschen und Körbe (auf letztere sollte eigentlich generell verzichtet werden da sie viel Platz wegnehmen) vom Fahrrad nehmen und die Räder mit den Lenkern entgegengesetzt an die Klappsitze lehnen, Fahrgäste auf den Klappsitzen ohne Fahrräder freundlich bitten aufzustehen – und natürlich Rücksicht nehmen!

 

Hintergrund

  • Fotos vom Spree-Radweg in Berlin in der Bildergalerie www.benno-koch.de ansehen

  • gpx/gps-Track der Radtour vom Berliner Hauptbahnhof zum Müggelsee als zip-Datei (20 kb) herunterladen