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Radio Eins: Newcomer 2015 - Lückenschluss zur Ziesarer Kleinbahn

Berlin, 8. April 2015

Die touristischen Radwege Brandenburgs sind ein großer Flickenteppich. Noch immer und entgegen aller anderslautenden Beteuerungen. Aber es gibt immer wieder erfreuliche Lückenschlüsse. Alte Bahndämme eignen sich dabei besonders gut als neue Radwege. Benno Koch hat sich den ersten Newcomer des Jahres zur Ziesarer Kleinbahn angesehen - am Mittwoch kurz nach Elf live auf Radio Eins.

Abseits der Landstraßen lautlos die Natur genießen. Und sich dabei nicht wie früher durch den tiefen märkischen Treibsand quälen müssen. Asphaltierte Fahrradstraßen haben diesen Traum vom Fahrradtourismus in den vergangenen Jahren wahr werden lassen. Zumindest abschnittsweise. Und dabei mit nur sanften Steigungen auch hüglige Landschaften entspannt genießen zu können. Mit der Spur der Steine wurde der alte Bahndamm Templin-Fürstenwerder durch die hüglige Uckermark zum Radweg des Jahres 2014. Ganz inoffiziell natürlich. Und jetzt steht die einstige Ziesarer Kleinbahn als Newcomer 2015 ganz oben auf der Liste.

Wer die richtige Richtung wählt, fährt hier nur bergab. Vom Bahnhof Wiesenburg (Mark) ist in diesen Tagen erstmals ein durchgängiger Radweg zur Burg Ziesar befahrbar. Vom Hohen Fläming geht es hier 150 Meter nur bergab ins Havelland. Aber auch die Radtouren bergauf sind einfacher geworden. Bereits seit gut drei Jahren fast unmerklich auf dem alten Bahndamm von Ziesar nach Görzke und seit April 2015 auf fünf Kilometern straßenbegleitend von Börnecke nach Neuehütten. Durchaus landschaftlich schön und breit asphaltiert etwas abseits im Wald.

Noch fehlt der Anschluss von Ziesar Richtung Norden. Also nach Brandenburg an der Havel. Natürlich kann man hier wie überall in einer Mischung aus mehr oder weniger befahrenen Landstraßen und holprigen Waldwegen auch mit dem Fahrrad durchkommen. Mit professionellen Fahrradtourismus hat dies bisher wenig zu tun.

Die einstige Ziesarer Kleinbahn hatte eine Streckenlänge von fast 60 Kilometern. Züge fahren hier schon lange nicht mehr. Auch nicht auf dem 16 Kilometer langen Abschnitt von Ziesar nach Wusterwitz, wo der nächste Bahnhof erreicht wäre. Doch während es beim Neubau von Ortsumgehungen für Kfz und Autobahnen scheinbar immer eine Lösung gibt, treffen Radwegprojekte gerne auf vermeintlich unüberwindbare Hürden. Viel zu oft aus Natur- und Denkmalschutzgründen. Also ausgerechnet beim umweltfreundlichsten Verkehrsmittel. Und obwohl Fahrradförderung unschlagbar preiswert ist, natürlich auch beim Geld. So auch auf diesem alten Bahndamm.

 

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