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Spree-Radweg: Zwischen Äpfeln und Pilzen

Berlin, 12. September 2017 [zuletzt geändert am 16.09.17 um 21:00 Uhr]

Zwischen dem Löcknitztal bei Fangschleuse und dem Spreetal bei Briesen (Mark) erstrecken sich tiefe Wälder. So tief, dass die DDR-Staatssicherheit hier einen "Terroristenstützpunkt für RAF-Aussteiger" verstecken konnte. Heute sind die ruhigen Wälder ganz friedlich. Einige sehr gute Fahrradstraßen erhöhen den Fahrspaß. Und nach dem Regen ist hier der eine oder andere Steinpilz zu entdecken. Am Sonntag, 17. September 2017 verrät Benno Koch entspanntesten Ausflüge für Rad fahrende Genießer im beginnenden Fahrradherbst.

Los geht's abseits aller offiziellen Radfernwege durchs Löcknitztal. Nebenan schlängelt sich auf 13 Kilometern das namensgebende Flüsschen Löcknitz. Doch schon in Hangelsberg ist der Spree-Radweg erreicht, der weiter in die Domstadt Fürstenwalde (Spree) führt. Hier könnte das erste Café warten.

Leider fehlt Fürstenwalde noch immer die Fantasie, wie ein echter Radfernweg an einem Fluss in einer fahrradfreundlichen Stadt aussehen könnte: Am Fluss entlang, autofrei und nachhaltig asphaltiert. Nichts davon ist in dieser Stadt zu finden.

Doch kurz hinter Berkenbrück beginnt ein neu ausgebauter Abschnitt des Spree-Radweges zur Kersdorfer Schleuse. Der Ende 2012 fertiggestellte drei Meter breite Asphaltstreifen erinnert an beste Zeiten des Fläming Skates und führt durch dichte Wälder.

So dicht, dass hier im Forsthaus an der Flut seit 1969 die Staatssicherheit der DDR residierte und nach 1980 heimlich einen "Terroristenstützpunkt für RAF-Aussteiger" betrieb. Mitglieder der westdeutschen Rote Armee Fraktion wie Henning Beer und Christian Klar sollen hier von Stasi-Offizieren an Panzerfäusten trainiert worden sein. Eine neue Biografie als DDR-Bürger gab's bei den Schulungen damals noch dazu.

Heute scheint hier alles ganz friedlich. Jetzt soll es neben der Ruhe vor allem viele Pilze geben. Die Konkurrenz hält sich in Grenzen, die schönsten Stellen sind nur mit dem Fahrrad zu erreichen.

Von der Kersdorfer Schleuse führt der Weg wieder aus den Wäldern hinaus und zurück zur Bahn. Hier könnte ein aus dem Dornröschenschlaf erwachtes historisches Restaurant warten.

 

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