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Kastanienallee

RBB-Abendschau: Fahrradstraße Linienstraße und Kastanienallee im Test

Berlin, 15. August 2008

Kastanienallee heute in der Abendschau - warum es sicherer ist, zwischen den Straßenbahnschienen Rad zu fahren

Die RBB-Abendschau beschäftigt sich in ihrer heutigen Ausgabe (15. August 2008) um 19.30 Uhr mit der neuen Linienstraße sowie den bereits realisierten oder geplanten Fahrradstraßen Schwedter, Norweger und Choriner Straße.

Kastanienallee offiziell keine Fahrradstraße und Tempo 50

Offiziell ist die Kastanienallee keine Fahrradstraße, aber mit täglich mehr als 6.400 Fahrradfahrern praktisch eine der wichtigsten Verbindungen für Radfahrer in Berlin. Seit Ende November 2007 sind hier Fahrradsymbole zwischen den Schienen markiert worden. Und seitdem sind - trotz zunehmenden Fahrradverkehr - die Unfälle zurückgegangen. Die Fahrradsymbole zeigen Radfahrern den richtigen Sicherheitsabstand zu parkenden Autos und sich plötzlich öffnenden Türen. Und sie signalisieren Autofahrern, dass Radfahrer berechtigerweise auf der Fahrbahn zwischen den Schienen fahren dürfen.

Radfahrer wurde im Bereich einer Baustelle auf der rechten Spur von einem Taxi abgedrängt und frontal erfasst

Ein Fahrradunfall am vergangenen Freitag war auch der Grund, einmal genauer in die Kastanienallee zu schauen. Ein Berliner Boulevardblatt hatte berichtet, ein Radfahrer sei hier aufgrund der Fahrradsymbole in die Schienen geraten und gestürzt. Wie sich kurze Zeit später herausstellte, hatte jedoch ein Taxifahrer aus der anderen Richtung kommend eine Radfahrerin überholt und dann offensichtlich auf der Gegenfahrbahn den 19-jährigen José S. auf seinem Fahrrad abgedrängt und umgefahren. Wie sich jetzt zeigte, fand der Unfall zudem unmittelbar vor einem Baustellenbereich statt - hier hatte das Unfallopfer keine Chance auszuweichen.

Fahrradbeauftragter: Tempo 30 würde den Verkehrsfluss sicherer und gleichmäßiger für alle machen

"Die Straßenbahn konnte weder in der Vergangenheit noch heute Fahrradfahrer in der Kastanienallee überholen - daran hat die Markierung der Fahrradsymbole zwischen den Schienen nichts verändert", sagt Benno Koch, Berlins Fahrradbeauftragter. "Richtig wäre es daher, die Höchstgeschwindigkeit generell auf 30 Kilometer pro Stunde zu beschränken. Der Verkehrsfluss würde gleichmäßiger und gefährliche Überholmanöver von Autofahrern im Gegenverkehr überflüssig. Bereits heute bringt das riskante und zu dichte Überholen von Radfahrern praktisch keinen Vorteil - spätestens an der nächsten Kreuzung treffen sich alle wieder."

Sicherheitsabstände beim Überholen von Radfahrern einhalten

Das Beispiel Kastanienallee zeigt, dass Sicherheitsabstände beim Überholen von Fahrradfahrern oft nicht eingehalten werden. "Radfahrer müssen wie zweispurige Fahrzeuge überholt werden, also mit mindestens 1,50 Meter seitlichem Sicherheitsabstand", so Koch. "Da Radfahrer eine Spurbeite von einem Meter haben und selbst einen Sicherheitsabstand von einem Meter zu parkenden Autos einhalten sollten, müssen Autofahrer Radfahrer eigentlich immer auf der zweiten Spur oder der Gegenfahrbahn überholen. Sollte dies bei Gegenverkehr nicht möglich sein, muss gewartet werden."

Hintergrund Kastanienallee und TV-Tipp

- unter www.benno-koch.de nachlesen

- Fotos der Unfallstelle in der Bildergalerie www.benno-koch.de ansehen

- die RBB-Abendschau heute um 19.30 Uhr im Fernsehen oder unter www.rbb-online.de das Video ansehen