rbb Aktuell beschäftigt sich mit FahrradunfällenBerlin, 5. Januar 2009 Berlins Fahrradbeauftragter Benno Koch am Sonntag Abend im Studiogespräch mit Corinna Wolters "Im vergangenen Jahr starben in Berlin 55 Menschen bei Verkehrsunfällen, elf davon waren Radfahrer", heißt es im Ankündigungstext zur Sendung. Und: Radfahrer würden sich zu wenig schützen. Im Trailer zum Beitrag dann das bekannte Bild: Radfahrer ohne Licht und nicht selten ohne Reflektoren bestimmen noch immer das Straßenbild in Berlin. Die Hälfte aller Fahrradfahrer ist ohne Licht unterwegs "Tatsächlich haben wir vor einigen Jahren bei Kontrollen bis zu 50 Prozent aller Radfahrer ohne Licht erwischt", sagt Berlins Fahrradbeauftragter Benno Koch. "Das Problem liegt aber tiefer als es scheint - und inzwischen sind offensichtlich mehr Fahrräder verkehrssicher unterwegs." Neue Fahrräder nur mit vollständiger und hochwertiger Beleuchtung kaufen Mit zur besseren Sichtbarkeit beigetragen haben moderne Nabendynamos, die auch bei Feuchtigkeit und Schnee funktionieren. "Aber es werden aber noch immer viele neue Fahrräder ohne Licht verkauft", so Koch. Kein Geländewagen wird ohne Licht gebaut und verkauft, aber bei Mountainbikes und anderen Fahrradtypen findet es die Fahrradindustrie offensichtlich noch immer schick, darauf zu verzichten. Koch: "Die Fahrradindustrie begründet den Verzicht damit, dass Fahrräder ja auch außerhalb des StVO-Geltungsbereiches eingesetzt würden - augenscheinlich werden aber sogar Mountainbikes zu 99 Prozent nicht in den Bergen, sondern auf der Straße benutzt." Zahl der tödlichen Fahrradunfälle in Berlin halbiert Doch eigentlich gibt es Erfreuliches zu vermelden: Im Jahr 2008 ist die Zahl der tödlichen Fahrradunfälle in Berlin von 14 auf 11 zurückgegangen, im Jahre 2003 waren es sogar noch 24. Größtes Problem ist nach wie vor der tote Winkel an Lkw beim Rechtsabbiegen - etwa die Hälfte der getöteten Radfahrer sterben so und die andere Hälfte bei ansonsten besten Sichtverhältnissen. Fahrradunfälle in der Dunkelheit und ohne Fahrradbeleuchtung sind dagegen selten und mit eher leichten Folgen - nur rund ein Prozent aller Fahrradunfälle führt die Polizei auf fehlende Beleuchtung zurück. Fahrradverkehr in Berlin verdoppelt "Der Anteil des Fahrradverkehrs in Berlin hat sich seit Anfang der 1990er Jahre von damals sechs auf heute zwölf Prozent verdoppelt", sagt Berlins Fahrradauftragter. "Und gleichzeitig ist die Zahl der schweren und tödlichen Fahrradunfälle zurückgegangen - ein gutes Zeichen für die Fahrradstadt Berlin. Für mehr Verkehrssicherheit ist vor allem gegenseitige Rücksichtnahme notwendig, denn die meisten Unfälle sind auf Fehler der Verkehrsteilnehmer selbst zurückzuführen." Hintergrund - rbb Aktuell vom Sonntag, 4. Januar 2009 als Video ansehen - Radfahren in der Stadt - alles von den neuen Radspuren, über Monitoring, Unfallorte oder Toten Winkel in der Bildergalerie www.benno-koch.de ansehen
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