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Schlosspark Brody:
Baumriese im Schlosspark
Brody (Pförten)
auf dem Weg nach Wielotów
in Dorotas Gartencafé

Westpolen: Brühlsches Schloss und Dorotas Gartencafé

Berlin, 28. Juli 2014 [zuletzt geändert 2.08.14 um 23:15 Uhr]

Alle hatten ihr abgeraten. Selbst ihr Vater. Heute ist der abgelegene Hof von Dorota Schewior ein Musterbeispiel was geht. In einer Region, die noch immer viele Chancen verpasst. Und die von einem neuen Braunkohletagebau bedroht ist. Am Samstag, 2. August 2014 und zusätzlich am Sonntag, 3. August 2014 verrät Benno Koch die spannendsten Entdeckungen östlich der Neiße.

Update Zusatztour: Diese Radtour wird aufgrund der Nachfrage identisch zusätzlich auch am Sonntag, 3. August 2014, 9:00 Uhr Treffpunkt Berlin Hbf. angeboten. Schickt mir bitte einfach eine SMS an Mobil 0157/73746049 oder eine E-Mail an kontakt@benno-koch.de. Sonntag-Radtour (Anmeldestand 2.08.14, 23:15 Uhr) noch 4 von 20 Plätzen frei.

Wielotów ist ein beschauliches Dorf in der Woiwodschaft Lebus. Doch Wielotów ist anders. Über die sanften Hügel am Ortsausgang erstrecken sich bis zum Horizont Erdbeer-, Himbeer-, Brombeer- und Spargelplantagen. Als Dorota Schewior 1995 hier anfing ihren Traum zu verwirklichen, haben ihr alle abgeraten. Auch ihr Vater. Dorota ist in Wielotów aufgewachsen und hat zunächst wie viele ihrer Generation das karge Land verlassen. Spätestens als sie vor sechs Jahren das Gartencafé samt Hofladen öffnete, wurde ihr Erfolg für jeden sichtbar.

Das Gartencafé, der Hofladen und ein kleines Restaurant in den alten Backsteingemäuern vermitteln das angenehme Gefühl eher Teil einer Familie zu sein. Zwei rustikale Kamine sorgen an kalten Tagen für Wärme. In der hauseigenen Konditorei werden frische Torten selbst hergestellt.

Umrahmt ist die Landschaft von den Ruinen des Brühlschen Schlosses in Brody (Pförten). Heinrich Graf von Brühl ließ hier 1741 bis 1749 das alte Schloss samt Stadt und Park aufwändig umgestalten, Kavalierhäuser und Stadttore bauen. Noch heute versprüht der irgendwie untouristische Flecken eine Ahnung der adligen Blütezeit, als der Graf den Kurfürsten und sein Gefolge lieber hier in Pförten und nicht in der Residenzstadt Dresden empfing.

Jene Blütezeit war kurz. Nach dem Siebenjährigen Krieg ließ Preußenkönig Friedrich II. 1758 das Schloss seines Lieblingsfeindes niederbrennen. 100 Jahre später wurden Teile wiederaufgebaut und schließlich 1945 erneut geplündert und in Brand gesteckt.

Doch inzwischen erwacht das Schloss Pförten aus seinem Dornröschenschlaf. In den letzten Monaten wurde der Dachstuhl saniert, das Dach neu gedeckt und die Innensanierung begonnen. Während von der Orangerie nur noch ein paar Außenwände stehen, schreitet auch die Sanierung des Marstalls voran.

Ihren wichtigsten Kampf hat die Region noch nicht gewonnen: Zwischen Brody und Gubin soll ein riesiger Braunkohletagebau neu erschlossen werden. 60 Dörfer wären betroffen, die Grube bis zu 140 Meter tief, die Abraumhalden bis zu 70 Meter hoch.

Der Hof von Dorota Schewior würde dann genauso den Riesenbaggern geopfert werden, wie die seit Jahrhunderten gewachsene liebliche Kulturlandschaft östlich der Neiße mit weiteren verwunschenen Schlössern wie in Luboszyce (Liebesitz). Mit einer Menschenkette soll am 23. August 2014 zwischen Deutschland und Polen gegen die Pläne protestiert werden. Wie friedlich und schön sind gegen die gigantische Landschaftszerstörung durch Braunkohlebagger doch moderne Windkraftanlagen und Hybridkraftwerke als preiswerte Speicher.

Diese knapp 50 Kilometer kurze Radtour führt von Forst (Lausitz) über einen straßenbegleitenden Radweg zum Schloss nach Brody, über ruhige Landstraßen nach Wielotów in Dorotas Gartencafé, ins überraschende Gubin und auf den dortigen Turm der im Wiederaufbau befindlichen Stadtkirche. Die Aussichtsplattform des 60 Meter hohen Kirchturms ist seit einigen Monaten erstmals für Besucher offen. Und unten auf der Neißeinsel findet an diesem Samstag das deutsch-polnische Begegnungsfest statt. Der Gubener Stadtwächter Andreas Peter hat versprochen mit dabei zu sein.

 

Einfach anmelden - Brühlsches Schloss und Dorotas Gartencafé entdecken!

  • Sonnenuntergangstour: geführte Radtour mit Benno Koch am Samstag, 2. August 2014 und zusätzlich am Sonntag, 3. August 2014

  • Strecke: die rund 50 Kilometer kurze Tour durch Westpolen ist kein Radrennen, sondern ein Angebot für Rad fahrende Genießer

  • Treffpunkt: 9:00 Uhr, Berlin-Hauptbahnhof

  • Ende: kurz nach 21:30 Uhr in Berlin-Mitte

  • Teilnahmegebühr für die Radtour: 12 Euro ermäßigt 8 Euro pro Person

  • externe Kosten: die Bahnfahrt (5,80 Euro bei einer durch fünf teilbaren Teilnehmerzahl plus 5,00 Euro fürs Fahrrad), der Café- und Restaurantbesuch kommen hinzu

  • Anmeldung: schickt mir bitte einfach eine SMS an Mobil 0157/73746049 oder eine E-Mail an kontakt@benno-koch.de

  • Anmeldestand (2.08.14, 6:45 Uhr) Samstag-Radtour: noch 0 von 22 Plätzen frei

  • Anmeldestand (2.08.14, 23:15 Uhr) Sonntag-Radtour: noch 4 von 20 Plätzen frei

  • Teilnahmebedingungen: Es gelten die Regeln der Straßenverkehrsordnung (StVO), die Teilnehmer tragen selbst das allgemeine Risiko, das die Teilnahme am Straßenverkehr mit sich bringt und sind für die Sicherheit ihres Fahrrades selbst verantwortlich.

  • Fahrrad und Bahn: damit auch die Fahrt mit der Bahn entspannt wird, bitte im RegionalExpress immer sämtliche Packtaschen und Körbe (auf die eigentlich generell verzichtet sollte) vom Fahrrad nehmen und die Räder mit den Lenkern entgegengesetzt an die Klappsitze lehnen, Fahrgäste auf den Klappsitzen ohne Fahrräder freundlich bitten aufzustehen – und natürlich Rücksicht nehmen!

  • Radio Eins Radtourentipp: Diese Radroute durch Westpolen wird auch der dritte Radio Eins Sommer-Radtourentipp 2014. Fahrradexperte Benno Koch ist am Dienstag, 29. Juli 2014 um kurz nach 12:00 Uhr live im Studio und erklärt theoretisch, was als geführte Radtour am kommenden Samstag, 2. August 2014 praktisch noch viel schöner ist: Von Forst (Lausitz) durch Westpolen nach Guben!

 

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