Login  
/uploads/ZA/js/ZAjsItzdZqy6qrQtt8Iy1A/CIMG3345-Kastanienallee-klein.jpg
Kastanienallee -
neue Fahrradsymbole

Neue Fahrradsymbole Kastanienallee -Rückgang der Fahrradunfälle

Berlin, 11. August 2008

Fahrradsymbole zwischen den Straßenbahnschienen zeigen Fahrradfahrern Sicherheitsabstand zu parkenden Autos

Die Boulevardzeitung Berliner Kurier hat in ihrer Samstag-Ausgabe (9. August 2008) einen Unfall auf der Kastanienallee (Berlin-Mitte / -Pankow) wiederholt zum Anlass genommen, das berechtigte Radfahren auf der Fahrbahn infrage zu stellen und die dort zwischen den Schienen neu markierten Fahrradsymbole als "Behörden-Wahnsinn" bezeichnet.

Der Berliner Kurier schreibt zum Unfall am Freitag Abend: "Dann geriet sein Vorderrad in die Gleise der Tram. Der Spanier verlor die Kontrolle und stürzte – direkt in ein ihm entgegenkommendes Taxi eines 29-jährigen Fahrers."

Berliner Kurier schreibt wiederholt von "Behörden-Wahnsinn"

"Nach Rückfrage bei der Pressestelle der Polizei und der für die Unfallauswertung zuständigen Abteilung ergibt sich jedoch ein anderes Bild", so Benno Koch, Berlins Fahrradbeauftragter. "Ein 29-jähriger Taxifahrer überholte zunächst eine in gleicher Richtung fahrende Radfahrerin und stieß dann auf der Gegenfahrbahn mit einem entgegenkommenden Radfahrer zusammen. Der Taxifahrer hätte weder überholen dürfen, noch hat er den Sicherheitsabstand eingehalten. Der Radfahrer geriet nicht ohne Fremdeinwirkung in die Gleise der Straßenbahn, sondern wurde offenbar zunächst abgedrängt und dann umgefahren."

Leichter Rückgang der Fahrradunfälle gegenüber dem Vorjahr

In einer aktuellen Abfrage der Unfallzahlen durch Berlins Fahrradbeauftragten ist nun ein Rückgang festgestellt worden. Da die Markierungen Ende November 2007 abgeschlossen waren, wurde der Zeitraum für sechs Monate vom 01.12.2007 bis zum 31.05.2008 sowie der entsprechende Zeitraum 2006/2007 ausgewertet. Danach sank die Zahl der Fahrradunfälle von fünf auf vier Fälle.

"Auch aufgrund der starken Zunahme des Fahrradverkehrs im Jahr 2008 insgesamt hat sich durch die neuen Fahrradsymbole offensichtlich keine Verschlechterung, sondern eine Verbesserung der Verkehrssicherheit für Radfahrer ergeben", so Koch.

Kastanienallee ist eine der am stärksten frequentierten "Fahrradstraßen"

Mit mehr als 6.400 Fahrradfahrern täglich ist der Straßenzug Kastanienallee - Weinbergsweg eine der am stärksten genutzten Fahrradverbindungen in Berlin. Praktisch ist die Kastanienallee damit eine "Fahrradstraße", denn der Fahrradverkehr ist hier in der Mehrzahl vor allen anderen Verkehrsarten. Zugleich ist die Straße für Radfahrer auch ein so genannter Unfallhäufungspunkt - parkende Autofahrer öffnen ohne Schulterblick die Fahrertür und übersehen Radfahrer, die ohne Sicherheitsabstand dort vorbeifahren.

Kastanienallee war in den vergangenen Jahren Unfallhäufungspunkt

Damit Fahrradfahrer den ausreichenden Sicherheitsabstand kennen und einhalten, wurden auf dem Weinbergsweg und folgenden Kastanienallee bereits im November 2007 im Bezirk Mitte und im Mai 2008 im angrenzenden Bezirk Pankow Fahrradsymbole auf der Fahrbahn aufgebracht. Diese auf Vorschlag der Berliner Unfallkommission markierten Fahrradsymbole signalisieren alle 50 Meter sowohl Fahrrad- als auch Autofahrern, dass erstere berechtigterweise zwischen den Schienen fahren dürfen.

Rechtlich kein Radweg, sondern normaler Mischverkehr

Rechtlich ist durch die Symbole weder ein Radweg entstanden, noch hat sich an der Verkehrsführung etwas geändert - auch ohne Fahrradsymbole müssen Radfahrer zwischen den Schienen fahren, um einen Sicherheitsabstand zu parkenden Pkw einhalten zu können. Dies betrifft auch ähnliche Straßenzüge wie zum Beispiel die Pappelallee, die Rosenthaler Straße oder Bereiche von Alt-Köpenick. Straßenbahnen können auf diesen Straßen aufgrund der fehlenden Sicherheitsabstände auch rechts neben den Schienen fahrende Radfahrer nicht überholen.

Fotos der Kastanienallee

- in der Bildergalerie www.benno-koch.de ansehen

Leserbrief an den Berliner Kurier schreiben

- post@berliner-kurier.de

Fragen, Hinweise und Beschwerden an den Fahrradbeauftragten

- Fahrradbeauftragter Benno Koch, Mobil 0177 / 543 40 51 und fahrradbeauftragter@senstadt.berlin.de